Messie

Ein Messie, ja ist wer oder was? Im umgangssprachlichen Verständnis eine Person, die sich vermeintlich von nichts trennen kann und in ihrer verwahrlosten Wohnung alles sammelt.

Wer bitte kann denn annehmen/ glauben, dass sich ein Mensch unter normalen Umständen nicht von z.B. leeren Pizzaschachteln und anderem Unrat trennen kann und ihn deshalb wie definiert „sammelt“?

Die öffentliche Definition eines „Messies“ resultiert aus Unverständnis und Nichtwissen. Schlimm, dass solche Behauptungen über Menschen überhaupt verbreitet werden. Wie kann man Menschen nur so einfach und voreilig katalogisieren/ kategorisieren? Selbstverständlich fällt es nicht leicht, Fremdes zu verstehen. Aber damit es nicht verstanden werden muß (Empathie ist ja ein Fremdwort), wird es einfach als für die Massen tauglich definiert/ bezeichnet und das war’s.

Verwahrlosung dieser Art gründet sich nicht aus Sammelwut, sondern aus einer psychischen Erkrankung heraus, die durch einhergehende soziale Isolation infolge von Arbeitslosigkeit/ Hartz4 und Schulden vehement begünstigt wird und auch u.a. durch ständige Repressalien des zuständigen Amtes stark fortschreitet, quasi explodiert.

Eine verwahrloste Wohnung bedeutet nicht automatisch einen verwahrlosten Bewohner. Er kann durchaus normal gekleidet und gepflegt sein. Vielleicht hat er eine Zwangserkrankung, die in der Angst gründet Abfall und Unrat anzufassen. Es ist zwar ein Paradox, aber durch diese Angst wird der Müll eben nicht entsorgt und häuft sich in der Wohnung an, solange noch irgendwie ein Gasse zum berührungslosen Durchgehen freibleibt.

Diese Menschen brauchen Verständnis und dann dringend psychologisch/ therapeutische Hilfe und keine einfachen und abwertenden Klassifizierungen!

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Direkte Notfall Hilfe für Betroffene und ggf. Angehörige