Kleinanzeigen und Auktionshaus

Verkäufe auf dem Kleinanzeigenportal und im Auktionshaus, ein Resümee:

Ich habe in den letzten Monaten auf beiden Portalen die meißten meiner erworbenen Modelleisenbahnartikel verkauft, die ich selbst über Jahre gesammelt/ gekauft habe, um im Rentenalter noch einmal eine Modelleisenbahn aufzubauen, was aber ob mangelnder feinmotorischen Fähigkeiten nun nicht mehr möglich ist. Fazit: Verkauf ist möglich, aber nur wenn man unter den verbreiteten Preisen bleibt. „Geiz ist Geil“! Aber fair inserierte „FP“ Angebote führen im Kleinanzeigenportal zu 90% nur dazu, dreiste Preisdrückung durch dumme Preisvorschläge von radebrechenden Deutschen zu erhalten, die 30 bis 50% unter dem angebotenen Festpreis liegen. Und da werden selbst die Versandkosten noch als kostenlos vorausgesetzt und im Preisangebot abgezogen. Ich habe für meine Verkäufe allein 40,-€ an Luftpolsterfolie sowie für zig Rollen Paketband/ Tesafilm aufgewendet. Upps, das interessiert aber nicht. Selbst wenn man pro Paket nur 50 Cent mehr berechnet als die eigentlichen DHL Versandkosten betragen, wird man schon des Wuchers bezichtigt. Die Kosten für das Verpackungsmaterial, die Zeit für das Verpacken und Verbringen zur Post sind selbstverständlich und gefälligst kostenlos! Man bietet die günstigste (unversicherte) Versandart an, mit der Option auch eines versicherten Versandes, natürlich wird die Unversicherte gewählt. Wenn dann ein Maxibrief oder ein Päckchen nicht ankommt, selten, aber es passiert, ist das Geschrei und die Beschuldigungen, man hätte den Artikel nicht verschickt usw. groß. Abartig! Diese Käufer blenden die eigene Geizmentalität aus, die sie veranlasste ein oder zwei Euro bei den Versandkosten zu sparen!

Um aber auch mal auf die „versicherten“ Paketsendungen der verschiedenen Spediteure hinzuweisen: Wenn beispielweise ein versichertes DHL Paket verloren geht, sind sie als Verkäufer genötigt den Warenwert mittels Kaufquittung(en) und Bildern der Ware nachzuweisen. Bei Jahre alten Artikeln ist aber wohl keine Kaufquittung mehr vorhanden… Außerdem müssen sie schlüssig nachweisen, das sie diese Artikel auch in dieses Paket gepackt haben. Ohne Videofilm Aufzeichnung des Packvorgangs ist das unmöglich. Und also: Das versicherte Paket ist ein wertloses und nicht versichertes und sie bekommen keinen Cent erstattet! Dieser Betrug der Spediteure ist normal. Selbst wenn das versicherte Paket ob der Sendungsverfolgung nicht beim Empfänger angekommen ist, werden sie vermutlich keinen Ersatz des Warenwertes des Inhaltes bekommen und eben auch nicht ihr Käufer…

Und auch auf die Bezahlungsart kommt es an: Bieten sie als privater Verkäufer niemals Paypal als Bezahlungsmöglichkeit an, selbst wenn sie die Gewährleistung explizit ausgeschlossen haben! Sonst sind sie möglicherweise Ware und zuvor erhaltenes Paypal-Geld los! Beispiel: Ich verkaufe eine voll funktionstüchtige Modellbahnlok für 30,- €. Der Käufer bezahlt und bekommt die Lok über nachweislich versicherten Versand! Dann geht er hin und meldet trotz voll funktionstüchtigem Artikel einen stark von der Artikelbeschreibung abweichenden oder defekten Artikel an Paypal. Paypal erstattet dem Käufer ungeprüft durch Rückbuchung das Geld für diesen Artikel und sie sind den Artikel und ihr Geld los! Also: Bezahlung grundsätzlich nur per Überweisung akzeptieren! Wenn jemand Paypal Bezahlung anfragt, sollten die Alarmglocken bei ihnen schrillen!

Und daneben: versenden sie grundsätzlich einen Artikel erst, wenn sie auf ihrem Konto einen eindeutigen Geldeingang feststellen konnten! Manche „Käufer“ versuchen durch gefakte Überweisungsbestätigungen per Bild zum sofortigen Versand zu verleiten.

Sie verkaufen im Auktionshaus? Na da werden sie das Geschilderte bezüglich angebotener Versandart ebenso erfahren. Versicherter Versand ist „teuer“, Maxibrief ist „billig“. Wenn nichts ankommt, vermeintlich oder wirklich, gibt es ROT.

Als privater Verkäufer kann man es sich ob winziger Optionen nicht aussuchen, wer bei einem kauft. Sollten sie dubiose Anfragen zu einem Artikel erhalten und diesen potenziellen Käufer deshalb auf ihre Sperrliste setzen um nicht ggf. Schwierigkeiten mit diesem zu bekommen, ist das keine Sicherheit, dass diese Person nicht trotzdem bei ihnen kauft! Diese Person eröffnet einfach einen neuen Ebay- Account und kann dann ungehindert trotz Sperrung und hinterlegtem Realnamen bei ihnen den Artikel kaufen. Negative Bewertung erfolgt dann trotz einwandfreiem Artikel sofort nach Erhalt! Kranke Sache! (Bei Sofortkauf Angeboten, kann sogar ein Gast ohne Account bei ihnen kaufen…)

Bei vielen nicht mehr benötigten Sachen sollte man sich überlegen, ob man diese nicht ganz Aufwand/ Stressfrei in der Restmülltonne entsorgen sollte…